Die wichtigsten Segelmanöver im Überblick
Beim Segeln gibt es eine Reihe zentraler Manöver, die jeder Hobbyskipper vor einem Segelurlaub bewusst wiederholen sollte. Dazu zählen insbesondere Wende und Halse, das rechtzeitige Reffen, Ankermanöver sowie die gängigen Mann-über-Bord-Manöver. Auch die Crew sollte – sofern sie aktiv mitsegeln will – sich mit den Basisbegriffen vorab vertraut machen.
Der folgende Artikel bietet einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Abläufe. Viel Spaß!
Inhaltsverzeichnis
ToggleWiederholung: Kurse zum Wind
Wann immer ein Schiff fährt, fährt es einen Kurs. Kurs bezeichnet man die Richtung, in die der Schiffsführer lenkt, wobei sich dieser auf ein geografisches Ziel (z.B. eine Insel), auf die Himmelsrichtung (z.B. Norden) oder (für Segler sehr wichtig) auf den Wind bezieht. Der Kurs zum Wind ist entscheidend, um Segel korrekt zu trimmen und Manöver sicher vorzubereiten.
Bezogen auf den Wind haben die Kurse folgende Namen:
- Kurs „am Wind“
- Kurs „im Wind“
- Kurs „halber Wind“
- Kurs „raumer Wind“
- Kurs „vor dem Wind“
Die Wende: Ablauf & Kommandos
Bei der Wende wird der Bug durch den Wind gedreht. Das Manöver ist meist unkritisch, da die Segel beim Durch-den-Wind-Gehen entlastet sind und keine Gefahr eines unkontrollierten Überschlagens des Großbaums besteht.
- Die Wende wird mit dem Kommando „Klar zum Wenden!“ eingeläutet, wobei dies noch keinerlei Veränderung des Kurses nach sich zieht.
- Jetzt überprüft die Crew, ob alles für eine Wendemanöver vorbereitet ist. Ist dies der Fall, meldet diese zurück: „Ist klar!„
- Das Kommando zum Wenden ist alsdann „Ree!“. Das Ruder wird so gelegt, dass der Bug in Richtung des Windes gedreht wird (Anluven).
- Die Genua beginnt einzufallen, die alte Schot wird sofort losgeworfen.
- Das Groß beginnt zu killen, das Boot dreht durch den Wind.
- „Neuer Kurs …!“ und Segel trimmen
Q-Wende
Die Q-Wende ist ein Ersatzmanöver, um eine Halse zu vermeiden. Sie wird besonders bei starkem Wind oder hoher Welle eingesetzt und ist gleichzeitig Bestandteil bestimmter Rettungsmanöver. Die Kommandos und die Tätigkeiten entsprechen jenen einer „normalen“ Wende.
Die Halse: Ablauf & Kommandos
Im Gegensatz zur Wende wird bei der Halse das Heck des Bootes durch den Wind gedreht. Dieses Manöver findet auf Raumwind- oder Vorwindkursen statt und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, da das Großsegel unter Druck steht und der Großbaum mit hoher Geschwindigkeit von einer Seite zur anderen schwingen kann. Fehler im Timing oder fehlende Vorbereitung können zu einer unkontrollierten Patenthalse führen, die Crew und Material gefährdet.
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ZUM QUIZ- Die Halse wir mit dem Kommando „Klar zum Halsen!“ eingeläutet, wobei auch hier noch keine Kursänderung beabsichtigt ist.
- Manöverpositionen werden eingenommen. Sind alle bereit, erfolgt die Rückmeldung: „Ist klar!“
- „Neuer Kurs vor dem Wind!“ Boot kontrolliert abfallen lassen.
- Großschot vor dem Windwechsel dichtholen: „Hol dicht die Großschot!„
- „Rund achtern!“, der Rudergänger dreht das Heck durch den Wind. Das Groß geht über, die Genua geht über. Großschot möglichst rasch wieder auffieren. Der Rudergänger stützt das Schiff um die Drehung zu kontrollieren (Stützruder)
- Die Halse ist abgeschlossen. „Neuer Kurs … !“
Rettungsmanöver (Mann über Bord)
Rettungsmanöver dienen dazu, eine über Bord gegangene Person schnell und sicher wieder an Bord zu holen. Zu den wichtigsten Varianten zählen:
MOB-Manöver mit Q-Wende („klassisch“)
- Nach dem Ruf „Mensch über Bord!“ und dem Auswerfen von Rettungsmitteln fällt die Yacht zügig auf Halbwind ab.
- Anschließend fährt man etwa 3–5 Bootslängen vom Verunglückten weg, um Abstand für das Manöver zu gewinnen.
- Dann wird eine Wende gefahren.
- Nach der Wende fällt das Boot erneut auf Halbwind ab und steuert kontrolliert auf die über Bord gegangene Person zu.
- Die Annäherung erfolgt mit weiter reduzierter Fahrt, beinahe im Aufschießer, sodass die Bergung sicher an der Leeseite erfolgen kann.
Quickstop-Manöver
- Nach dem Ruf „Mensch über Bord!“ wird sofort gewendet.
- Das Vorsegel bleibt back gestellt, um Fahrt zu nehmen und das Boot schnell in den Gegenkurs zu bringen.
- Anschließend abfallen mit dichtem Groß, um Geschwindigkeit zu reduzieren und Raum zum Manövrieren zu gewinnen.
- Danach eine Halse fahren, ebenfalls mit dichtem Großsegel, und das Boot kontrolliert anluven bis zum Zielkurs am Wind.
- Die Annäherung erfolgt beinahe im Aufschießer mit leicht gefierten Segeln, sodass die Bergung nahe und sicher durchgeführt werden kann.
Münchner Manöver
- Nach dem Alarmieren der Crew, segelt die Yacht beim Münchner Manöver zunächst noch einige Bootslängen weiter, um Abstand zu gewinnen.
- Anschließend wird hart gewendet, wobei das Vorsegel back stehen bleibt. Das Boot dreht weiter, bis der Bug auf die Person im Wasser zeigt.
- Danach wird angeluvt, um ins Beiliegen zu kommen. Durch weiteres Anluven wird die Yacht so lange abgebremst, bis sie zum Stillstand kommt und anschließend von selbst abfällt.
- Bei Bedarf kann das Großsegel kurz dichtgeholt werden, um nochmals etwas Fahrt voraus zu erzeugen und die Position zu korrigieren.
Reffen
Reffen bedeutet die Segelfläche zu verkleinern, um das Boot bei zunehmendem Wind stabil und sicher zu halten. Ablauf:
- Ablauf (Groß – bei Bindereff): Am Wind Kurs anlegen, Baumniederholer lösen, Großschot fieren, Baum andirken, Großfall dosiert fieren, Reffhaken einhängen, Großfall wieder dicht holen, Unterliek und Achterliek nachspannen, Baum abdirken, Großschot dicht holen, überschüssiges Tuch einbinden
- Ablauf (Genua): Druck aus den Segeln nehmen (Reffen am besten bei Raumschot-Kurs) , Genuaschot fieren, Reffleine an der Rollanlage dicht holen, bis gewünschte Größe erreicht
Ankern
Es gibt wohl nichts Schöneres als in einer einsamen Bucht vor Anker zu liegen und bei klarem Sternenhimmel mit Freunden eine runde CleverSkipper zu spielen. 😊 Damit dies sicher möglich ist, sind einige Dinge zu beachten:
- Nicht überall darf geankert werden. Das Symbol ⚓ in einer Seekarte zeigt einen Ankerplatz oder Ankergrund, der für Schiffe geeignet ist
- Der Anker muss in den Boden eingegraben und der Halt kontrolliert werden. Durch das Gewicht der Kette wird das Schiff zusätzlich gesichert. Achte darauf mindestens 3x die Wassertiefe (besser 5x) an Kette auszulassen und das Ankerlicht einzuschalten (tagsüber Ankerball setzen).
- Das Echolot misst die Wassertiefe mithilfe von Schallwellen.❗Wichtig an Bord: Je nach Einstellung kann ein Echolot verschiedene Tiefen anzeigen (z.B. Tiefe unter dem Wasserspiegel, Tiefe unter Kiel, Tiefe unter Echolotgeber)
- Beim Ankern müssen stets geschlossene Schuhe getragen werden, um Verletzungen durch Anker und Kette zu vermeiden!
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Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
CleverSkipper ist ein reines Charity-Projekt, dessen Reinerlös dem Schutz unserer Ozeane zugutekommt.