MOB mit Münchner Manöver: Sicher ans Ziel durch Beiliegen
Das Mensch-über-Bord-Manöver mit Beiliegen – im Fachjargon oft als Münchner Manöver bezeichnet und im Englischen als Quick Turn Rescue bekannt – ist eine der sichersten Methoden zur Personenrettung unter Segeln. Es wird primär aus Halbwind- oder Amwind-Kursen gefahren.
Der Kern dieses Segelmanövers ist das bewusste Herbeiführen des Zustands „Beiliegen“. Es gilt als besonders engräumig und ruhig, wodurch es sich ideal für kleine Crews oder sogar Einhandsegler eignet, da die körperliche Belastung und der Stresspegel an Bord deutlich reduziert werden.
Vorteile und Einsatzgebiete
- Eignung: Optimal für Amwind- und Halbwind-Kurse.
- Crew: Mit minimalem Personaleinsatz durchführbar, da kaum Schotarbeit anfällt.
Ablauf des Münchner Manövers: Schritt für Schritt
- Anluven: Nach dem MOB-Ruf wird das Schiff nötigenfalls sofort auf einen Amwind-Kurs angeluvt.
- Wende (Vorsegel bleibt back): Es wird durch den Wind gedreht (Wende), wobei das Vorsegel (Fock/Genua) bewusst back stehen gelassen wird. Die Vorschoten werden also nicht gelöst.
- Beiliegen einleiten: Das Ruder wird nach der Wende permanent auf Luv gelegt (gegen den Wind). Durch das Zusammenspiel von Luvruder und backstehendem Vorsegel nimmt das Schiff die Fahrt fast vollständig aus dem Rumpf und beginnt kontrolliert zu treiben.
- Annäherung: Das Schiff wird so positioniert, dass es kontrolliert auf den Überbordgegangenen hintreibt.
- Korrektur: Falls vorhanden, sollte die Maschine gestartet werden. Kurze Gasschübe helfen dabei, die Driftbahn präzise zu korrigieren, falls man zu weit abtreibt.
- Bergung: Die Aufnahme der Person wird auf der Leeseite (der dem Wind abgewandten Seite) vorbereitet, da das Schiff hier eine beruhigte Zone bildet.