MOB unter Motor – was ist zu beachten?

Ein Mensch-über-Bord-Manöver (MOB) unter Motor ist im Vergleich zu Manövern unter Segeln naturgemäß deutlich einfacher und schneller durchzuführen. Da die Abhängigkeit vom Wind entfällt, reduziert sich das Verfahren im Kern auf das Fahren eines Kreises. Dennoch gibt es entscheidende Details bei der Maschinenbedienung und der Ruderlage, die zwingend zu beachten sind.
Mann über Bord Manöver unter Motor

Ablauf

  1. Heck wegdrehen: Unmittelbar nach dem Sturz muss das Heck der Person ferngehalten werden.
    Merke: Ist die Person an Steuerbord über Bord gegangen, wird das Ruder sofort hart nach Steuerbord gelegt. Dadurch schwenkt das Heck (und damit der Propeller) nach Backbord weg.
  2. Drehen auf Gegenkurs: Das Schiff wird nun gedreht, um auf Gegenkurs zur Unfallstelle zurückzukehren. Dabei sollte die Person ständig im Blick behalten werden.
  3. Ansteuerung in Luv (Bergung im Lee): Die Person wird so angesteuert, dass sie auf der Luv-Seite (der dem Wind zugewandten Seite) längsseits kommt. Das Schiff bildet so in Lee einen geschützten Bereich für die Bergung und treibt im Zweifelsfall nicht über die Person hinweg, sondern von ihr weg.
  4. Propellerschutz: Rechtzeitig vor Erreichen der Person muss der Motor zwingend ausgekuppelt werden (Leerlauf), um jede Gefährdung durch die Schraube auszuschließen.
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ZUM QUIZ

Was ist besonders zu beachten?

  • Gefahr durch die Schraube: Die größte Gefahr bei Motorfahrt ist der Propeller. Werden Leinen (z.B. der Rettungsring) nachgeworfen, dürfen diese niemals in die Nähe des Hecks geraten.
  • Sichtkontakt: Auch unter Motor gilt: Ein Crewmitglied fungiert ausschließlich als Ausguck und zeigt permanent mit ausgestrecktem Arm auf die Person im Wasser.

Fazit

Das MOB-Manöver unter Motor ist effizient und unkompliziert. Der kritischste Moment ist die erste Sekunde: Das richtige Legen des Ruders zum Wegschwenken des Hecks muss bei jedem Skipper und jedem Crewmitglied sitzen. Trotz der Unterstützung durch den Motor sollte das Manöver regelmäßig geübt werden, um im Ernstfall zu funktionieren.

Über CleverSkipper

Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
CleverSkipper ist ein reines Charity-Projekt, dessen Reinerlös dem Schutz unserer Ozeane zugutekommt.

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