Halse als Segelmanöver
Während die Wende das Standardmanöver ist, um mit dem Bug durch den Wind zu gehen, beschreibt die Halse den Kurswechsel, bei dem das Heck durch den Wind gedreht wird. Sie wird auf Raumwind- oder Vorwindkursen durchgeführt. (siehe Grafik)
Da das Großsegel bei diesem Manöver voll unter Druck steht, gilt die Halse als anspruchsvoller und potenziell gefährlicher als die Wende. Der Großbaum kann mit hoher Geschwindigkeit von einer Seite auf die andere schwingen. Präzises Timing, eine gute Abstimmung der Crew und eine kontrollierte Führung der Großschot sind daher unerlässlich, um Materialschäden oder Verletzungen zu vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
ToggleAblauf
- Vorbereitung: Der Rudergänger gibt das Kommando „Klar zum Halsen!“. Die Crew nimmt ihre Positionen an den Schoten ein. Erst wenn alle bereit sind, erfolgt die Rückmeldung: „Ist klar!“.
- Kursänderung: Mit dem Kommando „Neuer Kurs vor dem Wind!“ fällt das Boot kontrolliert ab, bis der Wind fast direkt von achtern (hinten) kommt.
- Dichtholen: Bevor das Heck den Wind schneidet, folgt der Befehl: „Hol dicht die Großschot!“. Das Segel wird in die Mitte geholt, um den Schwenkbereich des Baums zu minimieren.
- Das Schiften: Nun folgt das Kommando „Rund achtern!“. Der Rudergänger dreht das Heck durch den Wind. Das Großsegel und die Genua wechseln die Seite.
- Stützen und Fieren: Sobald der Baum übergegangen ist, muss die Großschot zügig gefiert (gelockert) werden. Der Rudergänger setzt ein Stützruder (Gegenlenken), um ein unkontrolliertes Anluven des Schiffes zu verhindern.
- Abschluss: Das Manöver endet mit der Ansage des neuen Kurses, zum Beispiel: „Neuer Kurs: Raumwind!“.
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ZUM QUIZKommandos einer Halse zusammengefasst
| Kommando | Aktion / Bedeutung |
|---|---|
| „Klar zur Halse?“ | Vorbereitung der Crew an Schoten und Winschen. Jedes Besatzungsmitglied nimmt seine Position ein. |
| „Ist klar!“ | Rückmeldung der Crew an den Rudergänger: Alle Stationen sind bereit für das Manöver. |
| „Neuer Kurs: Raumer Wind! Fier auf die Schoten!“ | Das Boot fällt kontrolliert ab, bis der Wind fast von hinten kommt. Die Segel werden entsprechend gefiert. |
| „Hol’ dicht die Großschot!“ | Das Großsegel wird zur Schiffsmitte geholt, um den Schwenkbereich und die Wucht des Baums beim Übergehen zu minimieren. |
| „Rund achtern!“ | Das entscheidende Kommando: Der Rudergänger dreht das Heck durch den Wind; das Segel schiftet auf die neue Seite über. |
| „Fier auf die Großschot!“ | Nach dem Übergehen wird das Segel zügig wieder gelockert, um Druck aus dem Rigg zu nehmen und Fahrt aufzunehmen. |
| „Neuer Kurs: …“ | Die definitive Kurshöhe wird eingenommen, die Segel werden fein getrimmt und das Manöver ist beendet. |
Die Patenthalse
Als Patenthalse wird eine unbeabsichtigte Halse bezeichnet, auf die weder Schiff noch Mannschaft vorbereitet sind. Bei der Patenthalse bewegt sich der Großbaum plötzlich mit hoher Geschwindigkeit von einer Schiffseite auf die andere. Das geschieht, wenn ein Segelfahrzeug raumschots oder vor dem Wind fährt und dabei der Wind plötzlich von der anderen Seite in das Segel greift.
Ursachen für eine Patenthalse
Meistens geht einer Patenthalse ein Fahr- oder Steuerfehler voraus. Es gibt jedoch auch äußere Faktoren, die dieses gefährliche Manöver auslösen können:
- Plötzliche Wechsel der Windrichtung oder unerwartete Böen
- Starke Strömungswechsel, die das Fahrzeug drehen
- Hoher Wellengang, der ein starkes Gieren (Schlingern) des Schiffes verursacht.
Gefahren für Crew und Material
Durch den plötzlich übergehenden Baum besteht bei der Patenthalse ernste Gefahr. War die Großschot zuvor weit aufgefiert, kann der Baum auf der Gegenseite mit voller Wucht in ein Want oder Backstag schlagen. Dies kann zu schweren Schäden an der Takelage bis hin zum Mastbruch führen.
Besonders kritisch ist die Situation für die Besatzung: Befinden sich Personen in der Bahn des umschlagenden Baumes oder der peitschenden Großschot, besteht die Gefahr schwerer Verletzungen. Ein harter Schlag kann zur Bewusstlosigkeit führen, was in Kombination mit einem Sturz über Bord unmittelbare Lebensgefahr bedeutet.
Über CleverSkipper
Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
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