Schotführung (Großschot, Fockschot): Segel anholen, dichtholen, fieren, auffieren

Im letzten Kapitel hast du alles über Luv und Lee sowie die Ruderkommandos Anluven und Abfallen gelernt (Luv vs. Lee | Anluven vs. Abfallen). Jetzt geht es um die richtige Bedienung der Leinen – die Schotführung. Nur wenn du lernst, wie du die Segel optimal zum Wind stellst, wirst du Fahrt aufnehmen und das Boot sicher beherrschen.

Schoten & Schotführung

Als Schoten bezeichnet man im Segelsport die Leinen, mit denen die Stellung der Segel zum Wind reguliert wird. Jedes Segel hat seine eigene Schot, um es individuell trimmen zu können:

  • Die Großschot: Mit ihr kontrollierst du das Hauptsegel (Großsegel). Sie bestimmt, wie weit der Großbaum nach außen schwingen kann.
  • Die Fockschot: Diese Leine dient der Bedienung des Vorsegels (der Fock). Da die Fock je nach Windseite über das Deck wechselt, gibt es immer eine Backbord- und eine Steuerbord-Fockschot.

Die Schotführung ist die Kunst, diese Leinen so zu bedienen, dass der Wind optimal in die Segel greift. Dabei gilt eine wichtige Regel: Ein „Anziehen“ der Leinen gibt es an Bord nicht – stattdessen nutzen Segler die Begriffe Anholen und Fieren.

Anholen und Dichtholen

Wenn du das Segel näher zur Bootsmitte bringen möchtest, um beispielsweise höher am Wind zu segeln, musst du die Schot anholen.

  • Anholen: Das kontrollierte Heranziehen der Schot, um das Segel dichter zu nehmen.
  • Dichtholen: Dies ist die maximale Steigerung des Anholens. Wer „dichtholt“, zieht die Schot so weit an, wie es für den aktuellen Kurs (meist beim Segeln „hoch am Wind“) möglich ist.

Fieren und Auffieren

Das Gegenteil vom Anholen ist das Fieren (oder Auffieren). Dies ist notwendig, wenn der Wind von weiter hinten kommt oder du deinen Kurs vom Wind wegdrehst.

  • Fieren: Das kontrollierte Nachlassen der Schot. Das Segel bewegt sich dadurch weiter nach außen (Richtung Leeseite) und öffnet sich zum Wind.
  • Wichtig: Fieren bedeutet niemals, die Leine einfach unkontrolliert loszulassen. Es ist ein aktives, geführtes Nachgeben der Schot, um den Druck im Segel präzise zu regulieren.

Zusammenspiel von Schot- und Ruderführung

An Bord bilden die Arbeit am Ruder und die Bedienung der Schoten eine untrennbare Einheit. Eine Kursänderung ohne Anpassung der Segel führt dazu, dass das Boot sofort an Fahrt verliert oder sich unkontrolliert zur Seite neigt.

Es gilt die goldene Faustregel für jeden Segler:

  1. Beim Anluven (den Bug näher zum Wind drehen) müssen die Schoten angeholt werden.
  2. Beim Abfallen (den Bug vom Wind wegdrehen) müssen die Schoten gefiert werden.

Nur wenn Schot- und Ruderführung harmonieren, steht das Segel im optimalen Winkel zum Wind. Das garantiert dir maximalen Vortrieb, volle Kontrolle und Sicherheit auf dem Wasser.

Über CleverSkipper

Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
CleverSkipper ist ein reines Charity-Projekt, dessen Reinerlös dem Schutz unserer Ozeane zugutekommt.

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