Kurse zum Wind: Die Windrose einfach erklärt
In den vorangehenden Kapiteln zu den Grundlagen des Segelns haben wir
- die Richtungen zum Boot,
- Luv & Lee, Anluven & Abfallen sowie
- die richtige Schotführung mit Anholen & Fieren
kennengelernt. Sollten dir diese Begriffe neu sein, lies am besten gleich nach, bevor du die Kurse zum Wind – welche in diesem Kapitel behandelt werden – bzw. die Manöver (v.a. Wende und Halse) kennenlernst.
Inhaltsverzeichnis
ToggleDie Windrose: Kurse im Überblick
Beim Segeln ist es stets wichtig zu wissen woher der Wind kommt. Erst dann, kann über die optimale Segelstellung entschieden und die Segel dichtgenommen oder gefiert werden. Das Verständnis der Kurse zum Wind ist dabei das Fundament für die Segelmanöver. Dazu aber etwas später. Sehen wir uns die Kurse nun im Detail an:
Im Wind (der tote Winkel / no-go Zone)
Ein Segelboot kann physikalisch nicht direkt gegen den Wind segeln. In einem Bereich von etwa 45° beidseitig zur Windrichtung bricht die Strömung am Segel ab – das Segel flattert wie eine Fahne (es „killt“). In diesem Bereich erzeugt das Boot keinen Vortrieb.
- Winkel: 0° bis ca. 45° zum Wind.
- Nutzen: Wir nutzen diesen „toten Winkel“ aktiv für den sogenannten Aufschießer. Dabei wird das Schiff in den Wind gedreht und so Fahrt bewusst herausgenommen und kontrolliert gestoppt (z.B. beim Anlegen oder bei einem Mann-über-Bord-Manöver).
Am-Wind-Kurs
Wenn du so nah wie möglich Richtung Wind segelst, befindest du dich auf einem Am-Wind-Kurs. Dies ist der „sportlichste“ Kurs: Hier entsteht der meiste aerodynamische Auftrieb, aber auch die stärkste Krängung (Schräglage).
- Winkel: ca. 45° zum Wind.
- Segelstellung: Die Segel sind dichtgeholt (ganz eng zur Bootsmittellinie gezogen)
Halber-Wind-Kurs
Bei diesem Kurs fahren wir quer zum Wind, sodass dieser entweder von Backbord oder Steuerbord kommt. Die Schoten sind nicht mehr dichtgeholt, sondern etwas gefiert. Der Kurs ist einfach zu fahren und eignet sich gut als Basis für das „Aufschießen“.
- Winkel: ca. 90° zum Wind.
- Segelstellung: nicht mehr dicht, allerdings auch nicht zur Gänze aufgefiert.
Raumwindkurs
Dies ist der Kurs für „Raumschots-Segeln“. Der Wind kommt schräg von hinten (aus dem achterlichen Quadranten). Das Boot wird mehr geschoben als gezogen, und die Schräglage nimmt deutlich ab.
Winkel: ca. 135° zum Wind.
Segelstellung: Die Segel werden weit gefiert (weit geöffnet), um dem Wind viel Angriffsfläche zu bieten.
Vor dem Wind
Dieser Kurs ist wohl der älteste in der Geschichte der Seefahrt. Der Wind „schiebt“ das Schiff exakt von hinten vor sich her. Da auch der Wellengang von achtern kommt, ist das Segeln hier sehr ruhig, da das Boot kaum krängt.
Winkel: ca. 180° zum Wind.
Segelstellung: Die Schoten sind maximal gefiert. Oft segelt man „Schmetterling“ (Großsegel auf der einen, Vorsegel auf der anderen Seite).
Achtung: Bei Unachtsamkeit oder drehendem Wind kann es zur gefährlichen Patenthalse kommen, bei der der Baum unkontrolliert auf die andere Seite umschlägt.
Zusammenfassung
| Kurs zum Wind | Winkel (ca.) | Segelstellung |
|---|---|---|
| Im Wind | 0° | Killend (flatternd) |
| Am Wind | 45° | Ganz dicht geholt |
| Halber Wind | 90° | Halb gefiert (geöffnet) |
| Raumwind | 135° | Weit gefiert |
| Vor dem Wind | 180° | Ganz gefiert (90° zur Schiffsachse) |
Im nächsten Artikel lernst du die wichtigsten Segelmanöver. Bereit? Leinen Los!
Über CleverSkipper
Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
CleverSkipper ist ein reines Charity-Projekt, dessen Reinerlös dem Schutz unserer Ozeane zugutekommt.