Palstek: Anleitung, Anwendung, Alternativen & Eselsbrücken
Der Palstek gehört zu den wichtigsten Seemannsknoten an Bord und ist aus dem Segelalltag kaum wegzudenken. Er bildet eine feste, nicht zuziehende Schlaufe am Ende einer Leine und lässt sich auch nach Belastung meist problemlos wieder lösen. Im englischsprachigen Raum wird der Palstek nicht ohne Grund als „King of Knots“ bezeichnet. Kaum ein anderer Knoten ist so vielseitig einsetzbar. Ob zum Festmachen an Pollern und Ringen, zum Anschlagen einer Leine oder sogar zur Rettung von Personen.
Inhaltsverzeichnis
ToggleAnwendungsbereiche des Palsteks
Der Palstek ist aufgrund seiner Zuverlässigkeit und der Eigenschaft, sich unter Last nicht zuzuziehen, in vielen Bereichen unverzichtbar:
Seefahrt und Segelsport
- Festmacher: Er dient dazu, eine feste Schlaufe (das „Auge“) zu bilden, die über einen Poller gelegt oder an Landpunkten befestigt wird.
- Beim Segeln fixiert der Palstek die Schot am Schothorn des Segels oder verbindet das Fall mit dem Schäkels am Segelkopf.
Rettungswesen (Feuerwehr, Wasser- und Höhenrettung)
Unter dem Namen Rettungsknoten (oder Pfahlstich) wird er zum Schließen des Brust- oder Rettungsbunds verwendet. Dabei wird die Leine so um den Körper der zu rettenden Person geführt, dass die Schlaufe den Brustkorb sicher umschließt, ohne einzuschnüren.
Überprüfe dein Segelwissen anhand des CleverSkipper Online Spiels.
ZUM QUIZAnleitung zum Legen eines Palsteks
Es gibt zahlreiche Eselsbrücken, um sich das Legen des Palsteks zu merken. Oft wird dabei jedoch das Wesentliche vergessen – nämlich die klare Unterscheidung zwischen festem und losem Part.
Beim Anfertigen eines Palsteks muss klar sein, welcher Teil der Leine der feste Part und welcher der lose Part ist. Für Anfänger empfiehlt es sich daher, beim Üben das Leinenende zunächst durch einen Ring (oder einen ähnlichen festen Punkt wie einen Poller) zu führen. So lassen sich die Parten eindeutig als fester und loser Part definieren.
- Beginnen wir mit dem festen Part: In ihn wird zunächst ein Auge gelegt. Dieses sollte weder zu groß sein noch verdreht werden – es handelt sich um eine saubere 360-Grad-Drehung. Der feste Part tritt dabei unten aus dem Auge heraus.
- Anschließend wird mit dem Tampen des losen Parts von unten durch das Auge gefahren, der feste Part einmal umschlungen (links- oder rechtsherum ist dabei unerheblich) und der Tampen von oben wieder durch das Auge gesteckt.
Auf diese Weise entsteht eine feste, nicht zuziehende Schlaufe – der Palstek.
Wann ist ein Palstek nicht geeignet?
So praktisch der Palstek auch ist: Steht der feste Part bereits unter Zug, kann der Knoten nicht mehr gelegt werden. In solchen Situationen ist er daher ungeeignet. Die bessere Wahl ist dann ein Rundtörn mit zwei halben Schlägen, da dieser auch an einer bereits belasteten Leine sicher angebracht werden kann.
Festigkeit & Bruchlast
Die Bruchlast (auch Knotenfestigkeit genannt) eines Palsteks liegt bei etwa 60% bis 65% der linearen Seilfestigkeit. Das bedeutet im Umkehrschluss: Während ein ungeknotetes Seil eine theoretische Festigkeit von 100% aufweist, sinkt die Belastbarkeit durch den Knoten um etwa 35% bis 40% (Bruchlastreduktion).
Dass die Belastbarkeit so rapide sinkt, liegt an der Geometrie des Knotens. Innerhalb der Windungen entstehen extrem enge Radien, die zu einer ungleichmäßigen Spannungsverteilung führen:
- Außenradius: Die Fasern an der Außenseite einer Kurve werden stark gedehnt und müssen die Hauptlast tragen.
- Innenradius: Die inneren Fasern werden gestaucht oder entlastet und tragen kaum zur Kraftübertragung bei.
Da die Zugkraft nicht mehr gleichmäßig auf alle Fasern verteilt werden kann, erreichen die äußeren Fasern ihre Belastungsgrenze viel früher als in einem geraden Seilstück. Sie reißen nacheinander (Kaskadeneffekt), was schließlich zum Versagen des gesamten Seils führt.
Palstek Eselsbrücken
- Die Schlange kommt von unten aus dem Teich, wickelt sich um den Baum, bis sie wieder von oben im Teich „verschwindet“.
- Wer keine Schlagen mag: Ein Kaninchen kommt aus seinem Loch heraus, läuft um den Baum herum und verschwindet wieder in seinem Versteck.
Über CleverSkipper
Das Spiel CleverSkipper ist aus der 'Not' heraus entstanden, dass Gäste an Bord immer nur möglichst rasch ablegen wollten und Sicherheitseinweisungen wenig Gehör schenkten.
Mit CleverSkipper ist der Start in einen Törn nun einfacher, lustiger und vor allem noch sicherer. Als Skipper mit über 20.000 Seemeilen Erfahrung habe ich – gemeinsam mit Profi-Kollegen – ein Spiel entwickelt, das den Start in den Törn lustiger, schöner und noch sicherer macht. Schluss mit trockener Theorie, her mit dem Spaß am Törnstart!
CleverSkipper ist ein reines Charity-Projekt, dessen Reinerlös dem Schutz unserer Ozeane zugutekommt.