Anatomie des Segels (einfach erklärt)

Auf einer typischen Fahrtenyacht oder Jolle sind die Segel meist dreieckig geschnitten. Die Kanten eines solchen Segels nennt man Lieken (Vorliek, Unterliek, und Achterliek), die oft durch ein eingenähtes Liektau verstärkt sind. Um sich an Bord zurechtzufinden, ist es wichtig, die verschiedenen Segelarten und die genauen Bezeichnungen der Segelecken zu kennen.

Einteilung der Segel

Je nach Wind, Wetter und Kurs kommen an Bord unterschiedliche Segel zum Einsatz. Man teilt sie grob in 2 Kategorien ein:

Hauptsegel

Das sind die Segel, die normalerweise auf Kursen am Wind gesetzt werden und zur festen Grundausstattung deines Bootes gehören. Auf einer normalen Yacht zählen dazu

  • das Großsegel und
  • die (Normal-)Fock.

Als Vorsegel bezeichnet man übrigens zusammenfassend alle Segel, die sich vor dem Mast befinden. Auf einer modernen Segelyacht sind das klassischerweise die Fock, die Genua und der Spinnaker.

Beisegel

Diese Segel werden anstelle oder zusätzlich zu den Hauptsegeln gefahren, wenn es besondere Bedingungen erfordern.

  • Bei sehr leichtem Wind setzt man beispielsweise eine Genua (eine große, das Großsegel überlappende Fock)
  • Bei schwerem Wetter kommt die flach geschnittene und aus kräftigem Tuch bestehende Sturmfock zum Einsatz
  • Ein weiteres sehr bekanntes Beisegel ist der große, bauchige Spinnaker, der speziell für Kurse mit Wind von hinten (Raumschot- und Vorwindkurse) gesetzt wird.
Vorliek, Achterliek, Unterliek

Der Aufbau des Segels

Ein dreieckiges Segel besteht aus drei markanten Ecken und drei Kanten (den sogenannten Lieken). Sie müssen starken Zugkräften standhalten, da hier die wichtigsten Leinen befestigt werden und der Wind ins Segel greift.

Ecken

  • Der Segelkopf: Die oberste Ecke. Hier befestigst du das Fall – die Leine, mit der du das Segel am Mast hochziehst.
  • Der Segelhals: Die vordere, untere Ecke. Sie ist meist durch einen Stoßlappen verstärkt und wird beim Großsegel vorne am Mast fixiert.
  • Das Schothorn: Die hintere, untere Ecke. Hier werden die Schoten befestigt, mit denen du das Segel im Wind optimal einstellst (trimmst) und dichter holst.

Kanten (Lieken)

  • Das Vorliek: Die vordere Kante, die als Erste vom Wind angeströmt wird. Beim Großsegel ist es direkt am Mast befestigt, beim Vorsegel (z. B. der Fock) am Vorstag.
  • Das Unterliek: Die untere Kante des Segels. Beim Großsegel verläuft diese Kante waagerecht entlang des Baums.
  • Das Achterliek: Die hintere, freie Kante des Segels. Hier strömt der Wind aus dem Segel wieder ab.
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